London mit Kind | Ein Reisebericht mit Tipps und Vorschlägen | Teil 1


Mitte Oktober 2015 waren wir (mein Sohn und ich) vier Tage in London. Es war toll und aufregend für uns beide. Ich selbst war schon einige Male allein in London unterwegs und liebe diese Stadt. Es war nur eine Frage der Zeit bis ich meinen Sohn nach London mitnehmen würde. Was wir während unseres London-Abenteuers erlebt haben, kleine Einblicke in die Reisevorbereitungen, Besonderheiten in London sowie Tipps und Vorschläge für einen Aufenthalt in London mit Kind gibt es heute im 1. Teil unseres Reiseberichts. Dear international readers, please use the translation tool further down if you are interested in reading this post :).

Ein Reisebericht mit Tipps und Vorschlägen / Angaben ohne Gewähr / Stand Oktober 2015

1. Reisevorbereitungen - Flug und Unterkunft

Den Flug nach London Heathrow habe ich bei Germanwings im Internet gebucht. Hier wählte ich den Basis-Tarif, ohne Snack und Getränk (unser Gepäck habe ich dazugebucht). Wir haben uns nach der Pass- und Sicherheitskontrolle ein Wasser im Flughafen gekauft - das war preiswerter und vollkommen ausreichend für den kurzen Flug. Wenn ihr zu zweit reist, dann empfehle ich euch, insgesamt nur ein Gepäckstück mitzunehmen. Das spart zum einen Geld, zum anderen ist die An- und Abreise von und nach Heathrow entspannter. Die U-Bahn in London ist zu Stoßzeiten sehr voll und wir waren froh, dass wir uns nur mit einem Koffer ins Gedränge quetschen mussten :)

Eine Unterkunft für uns fand ich bei airbnb. Hier vermieten Privatleute in vielen Ländern der Welt Zimmer oder ganze Wohnungen. 

https://www.airbnb.de/

Wir haben in Pimlico (nahe Victoria Station) ein Zimmer für 72 Euro pro Nacht bezogen (+ Gebühr für die Endreinigung). Das Quartier lag nur 3 Gehminuten von der Bushaltestelle Claverton Street (Buslinie 24 - eine empfehlenswerte Busroute nach Hampsteadt Heath durch London vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten) und ca. 10 Minuten von der Tube-Station Pimlico entfernt.

Karte von Pimlico / Im Norden: Victoria Station und Westminster Cathedral / Bildquelle: google maps

Unser Quartier in London

Pimlico ist ein sehenswerter Stadtteil mit vielen schönen kleinen Reihenhäusern, netten Cafés, Restaurants, Pubs und kleinen Shops. Wir wohnten zwar nicht in einem schönen, alten Reihenhaus (sondern in dem Haus auf dem Foto oben), aber während eines Spaziergangs, den wir am frühen Montagabend nach der Ankunft unternahmen, entdeckten wir, wie toll Pimlico ist.



In den Straßen von Pimlico

2. Reisevorbereitungen - Pläne, App und Sonstiges

Pläne: Im Internet habe ich mir auf der Seite von Transport for London zunächst verschiedene Pläne heruntergeladen, ausgedruckt und in den Rucksack gesteckt (das war in einigen Situationen sehr hilfreich zur Orientierung zusätzlich zur App 'Citymapper' / siehe weiter unten): Busplan mit den Hauptbuslinien, Standard Tube Map und Toilettenplan. Natürlich kann man sich auch einen Reiseführer mit Kartenmaterial kaufen, aber ich habe bisher noch keinen Reiseführer gefunden, der mir richtig gut gefällt. Von daher habe ich einfach kostenfreies Material und Informationen aus dem Internet zur Reiseplanung verwendet.

Bus: Wenn es die Zeit zulässt, dann empfehlen wir für Reisen durch London mit Kindern den Bus als bevorzugtes Transportmittel. Es dauert zwar länger, ist aber weniger hektisch und auch viel, viel schöner. Man sieht sehr viel von der Stadt, kann die Menschen und das Geschehen auf der Straße beobachten. Es ist einfach toll, im roten Doppeldecker-Bus oben ganz vorn zu sitzen und das Gewimmel auf den Straßen zu beobachten. An vielen Sehenswürdigkeiten vorbei fahren die Buslinie 24 sowie die Buslinien 11 und 9. Den Busplan finden wir daher besonders schön. Neben den Buslinien sind bekannte Sehenswürdigkeiten abgebildet, was besonders für Kinder toll ist, da sie einen Überblick bekommen, was man alles sehen kann.


App: Eine tolle App, die ich absolut empfehlen kann (auch wenn sie leider noch nicht im Offline-Modus funktioniert) ist Citymapper. Citymapper, die App die es für einige Städte in der Welt gibt, ist ein absolut hilfreicher Begleiter.

https://citymapper.com/cities

Da die App noch nicht im Offline-Modus funktioniert, habe ich am jeweiligen Vorabend in unserer Unterkunft (mit W-Lan) den Start- und Zielort für unsere Ausflüge am kommenden Tag eingegeben. Die App bietet dabei verschiedene Routen und Transportmittel sowie Detailansichten mit Straßennamen an. Die angezeigten Karten habe ich als Screenshots gespeichert und am nächsten Tag einfach abgerufen. Das ist zwar etwas umständlich, hat uns aber in vielen Situationen sehr gut geholfen. Wenn wir z.B. zum Buckingham Palace wollten, habe ich unseren Start- und Zielpunkt eingegeben und die App hat uns Routen sowie die Dauer und Kosten der jeweiligen Route angezeigt. Ich empfehle euch den Download dieser kostenfreien App! in der Hoffnung, dass es auch bald eine Offline-Version geben wird.

Sonstiges: Den London-Pass haben wir nicht gekauft, da wir viele 'kostenfreie' Dinge unternommen haben (abgesehen von Transportkosten). Lediglich die Tower Bridge und der Tower of London wären im Rahmen des London-Passes für uns in Frage gekommen, aber da lohnt sich der Kauf des Passes überhaupt nicht.

Im Internet entdeckte ich ein kleines Beschäftigungs-Büchlein mit Bildern und Wissensquiz über London, das ich vor der Reise herunterlud und ausdruckte. Das war eine schöne Beschäftigung während des Hinflugs und eine gute Gelegenheit den jüngeren Mitreisenden auf London vorzubereiten. Zum Download auf das Bild klicken oder bei Google einfach 'My London Mini-Book' eingeben.

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0CCQQFjAAahUKEwj2wPq9msrIAhWJ_nIKHTIvDQc&url=http%3A%2F%2Fwww.udaytonpublishing.es%2FarchivosCMS%2F3%2F3%2F53%2Fusuarios%2F262306%2F13%2F20120121214337N_48e8add8-2a09-4783-8514-574168809e67.pdf&usg=AFQjCNHqnmCtW4eN71RdZI9y7fjtJkI2fA&sig2=p0r8fXcnqgsi-EZwtTiH8Q&cad=rja

'My London Mini-Book' im Einsatz während des Hinflugs

3. Ankunft - Oyster Card, Zahlen mit Kreditkarte und Self-Service Machines

Oyster-Card: Da wir von Montagnachmittag bis Freitagmorgen in London waren und bis auf An- und Abreise und einen Ausflug nach Camden nur in der Zone 1 gereist sind, haben wir uns für den Kauf der Oyster Card entschieden. Kinder unter 11 Jahren fahren kostenfrei und benötigen keine eigene Oyster-Card. Tipp: Beim Benutzen der Tube einfach den Behindertenein- und ausgang benutzen, dann kann das Kind bequem mit durch den Eingang/Ausgang gehen. Ansonsten hilft das nette Personal vor Ort. Die Oyster-Card kann am Flughafen beim Eingang zur Tube (U-Bahn) an Automaten gekauft werden. Das freundliche Personal hilft auch beim Kauf, falls man sich nicht sicher ist.


Für die Oyster-Card wird ein erstattungsfähiger Betrag von 5 Pfund als Pfand fällig. Man kann verschiedene Beträge aufladen. Wir sind mit 25 Pfund (inklusive 5 Pfund Pfand) 'ins Rennen' gegangen. Bei längeren Aufenthalten lohnt sich der Kauf einer 7-Day-Travel-Card (Angabe ohne Gewähr, bitte nochmal selbst nachrechnen :). Bei der Oyster-Card gibt es eine 'daily cap', d.h. für bestimmte Transport-Mittel und Zonen gibt es einen maximalen Tagesbetrag, der von der Oyster-Card abgezogen wird. Wir sind sehr viel mit dem Bus in Zone 1 gefahren und nach einer bestimmten Anzahl von Busfahrten wurde nichts mehr von der Karte abgebucht. Wir haben später nochmal 10 Pfund nachgeladen, da wir mit dem River Bus (für 6,50 Pfund) nach Greenwich gefahren sind. Am Ende der Reise bekommt man die 5 Pfund wieder (Oyster-Card-Refund an der Oyster-Maschine bei bis zu 10 Pfund Guthaben auf der Karte - bei höherem Guthaben muss die Karte eingeschickt werden - bitte nochmal selbst dazu informieren, da dies für uns nicht zutraf). Beim Einsteigen in den Bus wird die Oyster-Card auf die gelbe Fläche gehalten. Das Guthaben und die Kosten für die Fahrt werden angezeigt. Man muss beim Aussteigen aus dem Bus die Karte nicht nochmal 'auschecken'. Kinder bis 11 Jahre gehen einfach mit in den Bus hinein ohne eine eigene Oyster-Card. Fazit: Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Personal an den Tube-Stationen gemacht (bei An- und Abreise): sehr freundlich, hilfsbereit und aufmerksam. Generell haben wir die Londoner als sehr 'kinderfreundlich', hilfsbereit und 'für einen kurzen Plausch empfänglich' erlebt.


Zahlen mit Kreditkarte: Für Reisen nach London empfehle ich den Besitz einer Kreditkarte. Man kann fast überall damit bezahlen. Hinweis: Beim Auslandseinsatz der Kreditkarte fallen Gebühren an. Es ist also zu überlegen, ob man einen höheren Betrag am Geldautomaten abhebt und alles 'Cash' bezahlt oder die Gebühr in Kauf nimmt.

Self-Service-Machines: In Deutschland sind mir bisher nur bei Ikea 'Self-Service-Machines' begegnet - in London sind sie Gang und Gebe - Automaten, an denen man den Einkauf selbst 'auscheckt'.


Ich persönlich finde diese Maschinchen superpraktisch. Beim Abkassieren an der Kasse fühle ich mich manchmal so als wäre ich auf der Flucht. Bei einem Automaten kann ich das Tempo selbst bestimmen. Mal schauen, ob sich diese Maschinen auch in Deutschland durchsetzen.

Nach den Anmerkungen zu den Vorbereitungen und Besonderheiten geht es nun los mit einem Bericht über unseren ersten vollen Tag in London.


Verlauf: Frühstück bei Pimlico Fresh, Westminster Abbey/Big Ben/London Eye/Themse zu Fuß erkunden, Schiff-Fahrt nach Greenwich, Besichtigung der Tower Brigde, kurzer Besuch des Camden Markets, Paperchase Tottenham Court Road, Big Ben und London Eye bei Nacht

Der erste Tag unseres London-Abenteuers begann mit einem Frühstück im Café Pimlico Fresh im Wilton Way (direkt an der Buslinie 24 Richtung Hampstead Heath).


Pimlico Fresh ist ein nettes, kleines Café, das zum Verweilen, Genießen und Schauen einlädt. Hier haben wir eine hilfreiche Erfahrung gemacht: ein Gericht ist vollkommend ausreichend für einen Erwachsenen und ein Kind. Das Rührei auf Toast (plain scrambled eggs on toast) war eine riesige Portion und hat uns beide gesättigt.




Spaziergang von der Westminster Abbey zum Blackfriars Pier: Weiter ging es mit dem Bus No. 24 bis zur Westminster Abbey. Am Big Ben und den Houses of Parliament vorbei zum London Eye und entlang der Themse zum River Bus in Richtung Greenwich.




Die Selfie-Sticks sind überall









Vom Blackfriars Pier mit dem River Bus nach Greenwich: Für 6,50 Pfund (Oyster Card) sind wir mit dem River Bus nach Greenwich gefahren. Unser Ziel war der Null-Meridian.



In Greenwich angekommen, hatte sich plötzlich das Wetter geändert zu 'grau und kalt'. So haben wir uns beeilt, schnell ins Warme zu kommen. Vorbei am Cutty Sark ging es zum National Maritime Museum, wo wir in der Cafeterie für teures Geld etwas gegessen haben. London ist sehr teuer. Wasser haben wir von zu Hause mitgenommen - im Supermarkt kauften wir 2 Liter-Flaschen, die wir dann in kleinere Flaschen umgefüllt und im Rucksack transportiert haben. Auch Obst hatten wir als kleine Snacks im Supermarkt oder an Ständen auf Märkten gekauft. Andererseits ist es auch schön, sich etwas zu gönnen und Dinge zu probieren, wie z.B. die tollen tarts (kleine Törtchen) oder ein English Breakfast (mehr dazu im nächsten Post).







Nach der kurzen Pause ging es weiter in Richtung Royal Observatory zum Null-Meridian. Die Sonne war inzwischen wieder herausgekommen.








Mit dem Bus ging es zurück zu unserem nächsten Ziel - der Tower Bridge. Die Busfahrt dauerte sehr lange, wir empfehlen daher mit dem Schiff zurückzufahren. Zudem änderte sich plötzlich das Ziel des Buses - das ist uns während unseres Aufenthalts zweimal passiert. Da muss man umdisponieren. Hierbei waren der ausgedruckte Busfahrplan und die Tube-Map sehr hilfreich. Von der Waterloo-Station sind wir dann bis zur Tube-Station London Bridge gefahren und zur Tower Bridge gelaufen.


Auf dem Weg zur Tower Bridge sind wir bei Itsu, einem japanischen Schnell-Restaurant (7 More London Riverside), eingekehrt und haben eine leckere Suppe gegessen. Die Restaurants gibt es an vielen Stellen in London.



Gestärkt ging es dann bei wechselndem Wetter entlang der Themse zu Tower Bridge.






Eigentlich wollten wir uns die Tower Bridge nur von außen anschauen, aber wir haben uns dann spontan entschlossen, in die Brücke hineinzugehen (für 12,90 Pfund). Wir sind der Meinung, dass es sich lohnt. Man hat einen tollen Blick über die Stadt, erfährt etwas über den Bau der Brücke, kann durch den Maschinenraum laufen und durch eine Glasscheibe direkt auf die Straße nach unten schauen. Das ist allerdings nichts für Leute mit Höhenangst...








Nach dem Besuch der Tower Bridge ging es mit dem Bus No. RV1 (bis Covent Garden), einem Fußmarsch zum Leicester Square und von dort mit der Northern-Tube zu unserem nächsten Ziel Camden Market. Hier ist es laut, bunt, quirlig und verrückt. Nach einem anstrengenden Tag war uns das fast zu viel. Wir haben uns ein wenig umgeschaut, sind dann aber, nachdem wir uns an einem der Stände preiswert frisches Obst gekauft hatten, recht bald in den Bus No. 24 in Richtung Unterkunft gefahren.







Auf der Busfahrt saßen wir wieder oben im Doppeldecker-Bus und konnten neue Kräfte sammeln. Eigentlich wollten wir nach Hause, aber irgendwie hatte uns der London-Bug befallen, so dass wir beschlossen, noch etwas zu unternehmen. In der Tottenham Court Road sind wir ausgestiegen, denn ich wollte unbedingt noch zu Paperchase. Auf dem Weg dorthin kamen wir an vielen kleinen Läden mit Gitarren vorbei - das ließ das Herz des kleinen Gitarristen höher schlagen.



Ein großes Kompliment an meinen Sohn, er hat alles 'brav' mitgemacht und war ein äußerst angenehmer Reisebegleiter. Im Paperchase (213-215 Tottenham Court Road) haben wir uns ein wenig umgeschaut.


Da wir beide auf die Toilette mussten und auch hungrig waren, sind wir recht bald gegangen und haben auf der Suche nach einer nahegelegenen Toilette das wunderbare Pomme de Pain (260 Tottenham Court Road) - ein nettes, kleines Café - entdeckt. Hier haben wir gemütlich einen Saft getrunken und eine belgische Waffel gegessen (und auch die Toilette benutzt).




Nach dieser Stärkung war es aber nun wirklich an der Zeit, nach Hause zu fahren. Hier noch einige abendliche Impressionen von London.






Mit dem Bus No. 24, der praktisch vor unserer Haustür hielt, sind wir durch die Nacht zurück gefahren. Als wir am Big Ben vorbeifuhren, haben wir kurzerhand gesagt: 'Was soll's, wenn wir schon mal hier in London sind, dann lass uns noch einmal aussteigen und das London Eye im Dunkeln anschauen'. Unsere letzten Kräfte mobilisierend :) sind wir noch einmal ausgestiegen und haben rund um das London Eye im Abendlicht fotografiert.



Wow... was für ein wunderbarer, langer Tag mit sehr vielen Eindrücken und Erlebnissen. Am Ende des Tages sind wir glücklich geschafft wie Steine ins Bett gefallen und mein Sohn ist sofort eingeschlafen. Ich habe noch den Bericht für diesen Tag fertig geschrieben und bin dann auch sehr schnell eingeschlafen. In der Rückschau würde ich uns als 'crazy' bezeichnen, was wir alles an einem Tag unternommen haben ... aber wir sind uns einig, dass es ein toller und erfüllender Tag für uns beide war.

Wir hoffen, es waren einige Tipps und Anregungen für euren London-Besuch dabei. Mehr von unserem London-Abenteuer erzählen wir euch im nächsten Post (Teil 2 klick). Bis dahin, liebe Grüße von uns!!!

Kommentare

  1. Dein Bericht kommt genau zur richtigen Zeit, denn ich möchte demnächst mit Mia auch nach London.

    AntwortenLöschen
  2. Boah, ich habe gerade totale Lust bekommen, nach London zu reisen. Wunderschöne Bilder hast du gemacht. Genial.

    AntwortenLöschen
  3. Klasse Fotos, klasse Bericht und so viele Tipps! Vielen Dank dafür!
    Bei uns steht die Reise in zwei Wochen an, da macht das Planen noch mal so viel Spass.
    Bin gespannt auf Teil 2.

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar. Thank you for your comment ♥.